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Akkordeonklänge verbinden Wien mit Haßloch
Konzert: 400 Zuhörer bei der Begegnung des HAC 1934 mit dem Akkordeon-Club Favoriten - Orchester spannen weiten stilistischen Bogen - Dirigent der Wiener erhält Fastnachtsorden
Rüsselsheimer Echo vom 26.10.2010

Von der musikalischen Vielfalt und orchestralen Wucht des Akkordeons konnten sich am Sonntag rund 400 Zuhörer in der Kirche Auferstehung Christi überzeugen. Der »Handharmonika- und Akkordeon-Club 1934 Rüsselsheim-Haßloch« hatte zu einem Doppelkonzert mit dem befreundeten Wiener Akkordeon-Club Favoriten eingeladen. Beide Ensembles spannten den Bogen von beschwingtem Schlager bis zu ausgefeilten klassischen Stücken.

Unter der Leitung von Ingolf Schneider stellten die Gastgeber zuerst auch ihre fünfzehnköpfige Jugend- und Nachwuchsgruppe vor, die gemeinsam mit dem 25 Spieler starken Ersten Orchester die mehrteiligen Titel »Spielstraße« und »Rockin Classics« präsentierten. Bereits hier zeigte das große Ensemble, unterstützt durch eine Rhythmusgruppe mit Elektrogitarre und Keyboard, zur stilistischen Vielfalt der Instrumente den vollen, orchestralen Klang.

Ohne Unterstützung der Jugend setzte das Erste Orchester das Programm mit Filmmusiken und Schlagertiteln fort, spielte einen beschwingten »Soul Bossa Nova« und den stimmungsvollen Titel »The Sound of Music« aus dem gleichnamigen Musical von 1959, das die Geschichte der Musikerfamilie Trapp aus Salzburg in New York wiedergibt. Das Publikum erklatschte vor der Pause Zugaben von den Musikern.

Danach stellten sich die Gäste aus Wien vor, deren Name sich vom Stadtbezirk Favoriten ableitet. Das Orchester wurde 1972 von Professor Walter Maurer gegründet, der es heute noch leitet. Viele der Gründer sind noch dabei. Das gibt dem Orchester eine große Professionalität und verleiht musikalische Qualität auf höchstem Niveau, was schon der erste Titel »Florentinisches Konzert« eindrucksvoll bewies, das von dem Kölner WDR-Intendanten Gerhard Mohr stammt.

Auch die Ouvertüre aus Mozarts Zauberflöte im Arrangement des Dirigenten spiegelte den hohen Qualitätsstand wider und zeigte die klangliche Wandelbarkeit des Akkordeons. Man glaubte, Streicher, Fagott, Flöten und andere Instrumente zu hören. Natürlich durften im fast einstündigen Programm des Wiener Orchesters Melodien von Johann Strauß nicht fehlen, und so mancher Walzerfreund im Publikum sang bei »An der schönen blauen Donau« leise mit, während »Unter Donner und Blitz« ganz und gar dem schönen hessischen Herbstwetter widersprach. Ein Arrangement von Walter Maurer von Bigband-Melodien zeigte eine ganz andere Seite dieses Wiener Orchesters.

Weil Musik verbindet, so die Moderatoren HAC-Vorsitzender Michael Auth und dessen Wiener Kollege Norbert Pfeiffer, spielten beide Orchester gemeinsam das Finale mit »Music was my first love« und »Stars and Strips forever«, dem bekannten amerikanischen Marsch, von Walter Maurer für Akkordeon arrangiert. Unter den begeisterten Gästen weilte auch eine Delegation des befreundeten Vereins HC Biberist bei Solothurn aus der Schweiz.

HAC-Vorsitzender Michael Auth war am Morgen vor dem Konzert bei einer Führung durch seine Heimatstadt Mainz einem Wunsch der Wiener Gäste nachgekommen, hatte sie mit der Mainzer Fassenacht bekannt gemacht und Walter Maurer mit einem echten Fastnachtsorden ausgezeichnet, den Maurer abends beim Konzert trug. Das Gegengeschenk öffnete Auth am Abend vor dem Konzertpublikum: ein gläsernes Akkordeon.

Die Wiener, deren Kontakt zum Haßlocher Verein über das Internet zustande gekommen war, erlebten am Montag noch den Rheingau, den Niederwald und das Kloster Eberbach. Am heutigen Dienstag fahren sie mit dem Bus zurück in die Donaumetropole.

Der Gegenbesuch der Haßlocher Musiker bei den neuen Freunden in Wien ist für den kommenden Juni geplant.

Unterstützt von der Akkordeonjugend startete das Erste Orchester des HAC 1934 unter der Leitung von Ingolf Schneider in das Begegnungskonzert mit dem Wiener Akkordeon-Club Favoriten in der Kirche Auferstehung Christi. Foto: Frank Möllenberg

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