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Tradition ganz modern
Konzert: Handharmonika- und Akkordeon-Club 1934 Rüsselsheim-Haßloch feiert mit großartigem Jubiläumskonzert fünfundsiebzigjähriges Vereinsbestehen – Musikalische Gäste aus der Schweiz
Rüsselsheimer Echo vom 28.09.2009

[Albrecht Schmidt] „Tradition ganz modern“ – unter dieses Motto hatte der Handharmonika- und Akkordeon-Club 1934 Rüsselsheim-Haßloch sein Jubiläumskonzert zum fünfundsiebzigjährigen Bestehen des Vereins im dicht besetzten Stadttheater gestellt. In der Tat: Die Akkordeonmusik hat in den vergangenen Jahren eine gründliche Aufwertung erfahren, sei es in Pop und Rock, E-Musik oder in allen Folklore-Spielarten.

Die Quetschkommode, als Wirtshausinstrument, Schifferklavier oder gar „Schweinsorgel“ verschrieen, hat sich vom kleinkarierten, spießigen Trivial-Image zu einem auch in der Kunstmusik anerkannten, hochkulturellen Tonträger entwickelt und bietet auch dem 75 Jahre jungen Haßlocher Club ein Forum für ein abwechslungsreiches, motivierendes Musizieren. So waren an dem Programm des sorgsam konzipierten und liebevoll durchgeführten Jubiläumskonzertes (Blumenschmuck, Bildprojektionen, Moderation) fragwürdige Opern-Bearbeitungen oder seichte Adaptionen aus dem klassischen Konzertrepertoire verbannt: Dirigent Ingolf Schneider bemüht sich konsequent um die Einbeziehung von Originalliteratur und künstlerisch akzeptablen Arrangements.

Verstärkt mit sechs Nachwuchsspielern (Jugendorchester) erinnerte das Erste Orchester mit „Summer of 69“ an die Woodstock-Aufbruchstimmung und ließ ein poppig aufgemotztes „Eye of the Tiger“ folgen. Als geeignete und wirkungsvolle Stücke für das Erste Orchester erwiesen sich die zeitgemäßen Titel von H.-G. Kölz: Rhythmischer Drive („Tarantella Arrabiata“, „Olé Salsa“) und sämige Gefälligkeit („Englishman in New York“, feinfühlig aus dem Pianissimo entwickelt) in abwechslungsreicher Folge. ähnlich attraktiv ein Stevie-Wonder-Medley oder „Caribbean Phantasy“.

Der erste Programmteil des sich über drei Stunden hinziehenden Jubiläumskonzerts war für Gäste reserviert: Zu den Melodien des befreundeten Handharmonika-Clubs Biberist (Solothurn, Schweiz) wurde stramm die Vereinsfahne geschwenkt, und bei Rüdiger Schmidts brillanten Chorgruppen der Immanuel-Kant-Schule (15 Schüler im „Herrensalon“, acht junge Damen als „Swingles“) stießen die mit erfrischender Vitalität gesungenen und mit spektakulärer Choreografie gewürzten Musical-Songs auf helle Begeisterung.

Als Kopf seines Sextetts „Filou“ (Akkordeon, Violine, Flöte, Klarinette, Bass, Schlagzeug) erwies sich Rüdiger Schmidt zudem, mit originellen arrangierten Piecen auf den Spuren Astor Piazzollas wandelnd, als ein exzellenter Akkordeonist. Er hatte mit „Das gibt’s nur einmal“ ein passendes Arrangement geschrieben, das alle Mitwirkenden zum „Großen Finale“ dieses großartigen Jubiläumskonzertes auf der Bühne vereinte.

Gäste aus der Schweiz: Der befreundete Handharmonika-Club Biberist bestritt den ersten Programmteil des Jubiläskonzerts, mit dem der Handharmonika- und Akkordeon-Club R&uulm;sselsheim-Haßloch fünfundsiebzigjähriges Vereinsbestehen feierte. Foto: Gerhard Schneider

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