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Immer mit der Zeit gegangen
STADTTHEATER Handharmonika- und Akkordeon-Club 1934 Rüsselsheim-Haßloch feiert 75-Jähriges
Main-Spitze vom 28.09.2009

[André Domes] "Tradition ganz modern" hatte der Handharmonika- und Akkordeon-Club 1934 Rüsselsheim-Haßloch (HAC) sein Festkonzert zum 75-jährigen Vereinsjubiläum überschrieben. Genauso gut könnte der Titel auch als Vereinsmotto gelten, denn wie nicht erst am Samstagabend im Großen Haus des Stadttheaters zu sehen war, geben Innovation und musikalische Tradition beim HAC schon lange die Richtung gemeinsam vor. Vor annähernd ausverkaufter Kulisse bot sich ein buntes Programm, bei dem neben den Ensembles des HAC auch viele musikalische Gäste für Abwechslung sorgten.

Nachdem Ehrungen und protokollarische Jubiläums-Pflichten schon bei einer akademischen Feier vorgenommen worden waren, sollte am Samstag, so HAC-Chef Michael Auth, "die Musik sprechen". Und so oblag es den befreundeten Akkordeonisten vom "HC Biberist" aus dem schweizerischen Kanton Solothurn, das Konzert zu eröffnen. Für eidgenössischen Charme sorgte dabei ein Fahnenschwenker, der die ansonsten internationale Stückeauswahl von "Berliner Luft" bis "Tokyo Adventure" ausdauernd begleitete.

Dass sich das Publikum schon beim ersten Stück zum Mitklatschen hingerissen sah, kann das präzise und dynamisch agierende Orchester aus Biberist als großes Kompliment verbuchen. Nach den Schweizer Akkordeonisten standen Glückwünsche aus Rüsselsheim auf dem Programm. Rüdiger Schmitt, umtriebiger Musiklehrer von der Immanuel-Kant-Schule und Mit-Initiator des dortigen Projektes "KantVokal", war mit den IKS-Ensembles "Swingles", "Herrensalon" und "Filou" zu Gast und gestaltete das Programm bis zur Pause. Während die Vokal-Gruppen mit Auszügen aus dem vergangenen Musical-Programm von "KantVokal" ihr Talent als ambitionierte Entertainer unter Beweis stellten, sorgten Akkordeonist Schmitt und sein Ensemble "Filou" für instrumentalen Charme. Mit höchster Präzision und der nötigen Portion spielerischer Leichtigkeit brachte das Sextett spritzige Musette-Klänge ins Theater, die das Klangwerkzeug des Abends auch als Soloinstrument in den Fokus rückten.

Nur eines hatte die abwechslungsreiche und unterhaltsame erste Konzerthälfte vermissen lassen: den Jubilar selbst. Dieses Manko wurde in der zweiten Halbzeit effektiv abgestellt. Denn nicht nur, dass sich nun die HAC-Ensembles auf der Bühne präsentierten, auch einen nicht-musikalischen Teil ließ sich der Verein nicht nehmen.

Für sein großes Engagement im Vorfeld der Jubiläumsfeiern wurde Vorsitzender Auth von Dirigent Ingolf Schneider offiziell zum Präsidenten des HAC ernannt. Damit muss er nicht mehr neidvoll nach Biberist blicken, wo sein Amtskollege schon immer mit diesem Titel bedacht ist.

Mit einem gemeinsamen Set von erstem Orchester und Jugendorchester startete man in die zweite Hälfte, in der sich das Motto des Abends ganz konkret niederschlug: Kein Stück auf dem Spielplan war älter als der Verein selbst, Popmusik, moderne Folklore und jazzige Kompositionen bestimmten das Programm. Von "Eye of the tiger" und "Summer of ´69" vom Jugendorchester über die dynamische "Tarantella Arrabiata" und Stings "Englishman in New York" bewiesen die HAC-Musiker große Wandlungsfähigkeit und zeigten, dass es im Handharmonikabereich keineswegs hüftsteif und konservativ zugehen muss.

Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Arrangements und Stücke von Wolfgang Russ, der mit seinem modernen Stil ganz auf der Wellenlänge des HAC liegt und mit seiner Band in diesem Jahr bereits den Jubiläumsball des HAC gestaltet hatte.

Gemeinsam mit den Freunden vom HC Biberist, dem "Herrensalon", den Swingles" und de Ensemble "Filou" endete das Konzert des Handharmonika- und Akkordeon-Club Rüsselsheim/Haßloch am Samstagabend unter rauschendem Beifall der Zuschauer. Foto: Vollformat/Harald Linnemann

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